für eine starke Region

Regionale Sportförderung wird Teil von LuzernPlus

Luzern versteht sich als Sportkanton. Künftig soll die Sportförderung durch die vier regionalen Entwicklungsträger (RET) besser in den Regionen und Gemeinden verankert werden. In diesem Zusammenhang hat der Gemeindeverband LuzernPlus Anfang September eine regionale Sportkoordinationsstelle installiert. Im Interview sprechen Claudia Huser, Geschäftsführer Stellvertreterin, und Sven Brun, Projektleiter Sportförderung, über die Chancen und Herausforderungen dieser neuen Aufgabe.

Eine kantonale Abteilung für Sportförderung gibt es in Luzern bereits. Weshalb schafft der Gemeindeverband LuzernPlus nun ein weiteres Gefäss in diesem Bereich?

Claudia Huser: Mit dem Planungsbericht über die Sportförderung 2024-2028 legte der Kantonsrat den Grundstein für den Ausbau der Sportförderung im Kanton. Es wurde bemerkt, dass das Wissen und damit auch der Fluss von finanziellen Mitteln sehr ungleich zwischen den Gemeinden verteilt ist. Eine regionale Zusammenarbeit bei Sportthemen ist leider bisher kaum vorhanden und das Wissen über Unterstützung und Möglichkeiten im Sportbereich ist kommunal sehr unterschiedlich. Im Frühjahr kam daraufhin Regierungsrätin Michaela Tschuor mit einem Schreiben auf uns zu. Als regionaler Entwicklungsträger soll LuzernPlus die Sportförderung besser in der Region und den Gemeinden verankern. Und da in der aktuellen Verbandsstrategie bereits definiert wurde, dass LuzernPlus für ein attraktives und interkommunal abgestimmtes Sport- und Freizeitangebot sorgen soll, passt diese Integration sicherlich ganz gut.

Wie unterstützt der Kanton das Vorhaben? Was sind die Vorgaben?

Huser: LuzernPlus wird mit dem Kanton eine vierjährige Leistungsvereinbarung für die Jahre 2025 bis 2028 unterzeichnen. Wir erhalten einen jährlichen Sockelbeitrag von 50'000 Franken. Dies unter der Bedingung, dass die Gemeinden via RET mindestens den gleichen Teil beitragen. Unter anderem vorgegeben ist, dass wir eine regionale Sportkoordinationsstelle führen.

Dieser Vorgabe seid ihr bereits nachgekommen. Sven Brun hat Anfang September als Projektleiter Sportförderung gestartet. Was werden die Aufgaben sein?

Sven Brun: Wir müssen den Sport regional denken. Unser Ziel ist es, dass die Bevölkerung in der Region von optimalen Rahmenbedingungen für Sport, Bewegung und ein gesundes Leben profitiert. Dadurch soll auch die Attraktivität für Wohnen und Arbeiten gestärkt werden. Die nicht-fiskale Standortförderung (Stichwort: OECD-Mindeststeuer) wird immer wichtiger. Meine Aufgabe wird es sein, in verschiedenen Handlungsfeldern wie etwa bei der Sportinfrastruktur, dem freiwilligen Schulsport oder den Sportveranstaltungen zu koordinieren, regional zu planen und Synergien zu schaffen. Ein Schlüsselfaktor wird der einfache Zugang zu Best-Practice-Beispielen sein. Und dafür werde ich eng mit den verantwortlichen Ansprechpersonen für Sportthemen von Kanton, Gemeinden und Privaten zusammenarbeiten.


Zur Person

Sven Brun (*2000) ist in der Region Sempachersee aufgewachsen und wohnhaft. Im vergangenen Sommer hat er sein Betriebswirtschaftsstudium mit Nebenfach Politik an der Universität Bern abgeschlossen. In seiner Abschlussarbeit untersuchte er das Personalmanagement in professionellen Sportvereinen. Seit 2020 arbeitet Sven Brun zudem bei Radio Pilatus und ist unter anderem als Sportkommentator im Einsatz.


Worin besteht der Nutzen für die Gemeinden? Wie können diese profitieren?

Huser: Eine grosse Aufgabe wird die Erstellung eines regionalen Sportanlagenkonzeptes (RESAK) sein. In diesem Bereich haben bereits die K5-Gemeinden Ebikon, Emmen, Horw, Kriens und Luzern Unterstützung signalisiert. Der Platz im Zentrum ist knapp, der Bedarf nach zusätzlicher Infrastruktur gross. Das RESAK soll ein gemeinsames Planungsinstrument werden, welches raumplanerische Aspekte berücksichtigt. Wir brauchen eine gemeinsame regionale Grundlage für Sportthemen.

Brun: Gemeinden und Vereine können für viele verschiedene Sportprojekte Gelder beim Kanton abholen. Es gibt beispielsweise Unterstützungsmöglichkeiten für Infrastruktur, Angebote im Bereich des freiwilligen Schulsports, Vereinsjubiläen, ungebundenen Sport und so weiter. Das Problem daran ist, dass dieses Wissen sehr unterschiedlich vorhanden ist. Es gibt Gemeinden, die eigene Sportabteilungen führen. Kleinere Gemeinden haben diese Möglichkeiten nicht. Und hier finde ich es persönlich wichtig, dass Menschen wohnortsunabhängig gleichermassen profitieren können. Gesundheitsförderung darf nicht an den Gemeindegrenzen haltmachen.

Was wird die grösste Herausforderung sein?

Huser: Über 20 Gemeinden gehören unserem Verband an. Wir haben grosse und finanzstarke Zentrumsgemeinden, aber auch bevölkerungsärmere und eher ländlich geprägte Gemeinden. Hier wird es wichtig sein, dass wir trotz dieser Heterogenität eine breit-abgestützte und interkommunal akzeptiere Zusammenarbeit aufbauen können, die schliesslich in tragfähigen politischen Lösungen mündet.

Wo steht die regionale Sportförderung von LuzernPlus in einem Jahr?

Brun: Nebst dem Aufgleisen eines RESAK, dem Begleiten erster Projekte und dem Aufbau von zielführenden Kommunikationskanälen wird es wichtig sein, alle relevanten Stakeholder in diesem Bereich – politische Entscheidungsträger, operativ tätige Sportkoordinatoren aber auch Private – zusammenzuführen und ein nachhaltiges Netzwerk aufzubauen. Wir wollen eine Plattform für einen regelmässigen Austausch schaffen. Ich bin überzeugt, dass die Region von der Sportförderung profitieren kann. Dafür muss LuzernPlus als glaubwürdiger und legitimer Partner angesehen werden. Dies wird eine zentrale Aufgabe im ersten Jahr sein.


Strategiereferenz: LuzernPlus sorgt mit der Sportförderung für vielfältige Sport- und Freizeitmöglichkeiten.


Bild (v.l.n.r): Sven Brun (Regionaler Sportkoordinator), Claudia Huser (Geschäftsführer Stellvertreterin) und NR Pius Kaufmann (Präsident kantonale Sportförderungskommission)